Imkertypen – erkennen Sie sich hier wieder?

  • Der Selbstversorger leistet sich den Luxus eigenen Honigs, ohne auch nur einen Quadratmeter eigenen Bodens zu besitzen. Seine Bienen weiden im 3-km-Umkreis auf ca. 10 km² Fläche, ohne zu fragen, wem sie gehört.

 

  • Der Hobby-Forscher wälzt Bienenliteratur und spürt Naturphänomenen inner- und außerhalb des Bienenstockes nach. Er baut sich Beobachtungsstöcke, damit ihm auch wirklich nichts entgeht, und trägt alles penibel in seine Stockkarte ein.

 

  • Der Team-Worker langweilt sich alleine am Bienenstand und imkert deshalb mit dem Kumpel (oder der Ehefrau?!). Zuerst wird gevespert, dann geimkert. Zwischendurch und danach vielleicht noch einmal gevespert oder eingekehrt. Bienenhaltung kann auch gesellig sein.  Außerdem werden viele Geräte gemeinschaftlich genutzt.

 

  • Der Einzelkämpfer macht erst den Rauch an, wenn weit und breit niemand zu sehen ist. Kommt überraschend Besuch, bleibt der Kasten dicht. Geht doch keinen was an, wie`s drinnen aussieht.

 

  • Der heimliche Raucher sucht einen Legitimierung für sein Laster, sagt seiner Frau aber nicht, dass auch den Bienen der Tabakrauch nicht gut tut.

 

  • Der Imker-Lateiner macht Jägern Konkurrenz, verwechselt oft Pfund mit Kilo oder Zentner mit Dezitonnen. Gelegentlich sorgt er für peinliche Schlagzeilen in der Tagespresse.

 

  • Der Bastler macht alles selber, vom Bienenkasten über die Rähmchen und Mittelwände bis zum Stockmeißel und Raucher. Bevor er einen Euro ausgibt, geht er mehrmals mit sich zu Rate. Leider verkauft er auch seinen Honig oft unter Wert.

 

  • Dem Verschwender ist das teuerste gerade gut genug. Schade, dass es für ihn keine Bienenkästen aus Teakholz (unverrottbar und teuer!) und keine Honigschleuder mit Goldauflage gibt.

 

  • Der Nachahmer orientiert sich am Nachbarimker. Hat der 25 Völker, muss man unbedingt auf 30 aufstocken. Kauft sich jener eine 6-Waben-Selbstwendeschleuder, braucht dieser dringend eine 20-Waben-Radial.

 

  • Der Internet-Imker hat den Stammtisch gefunden, wo er so richtig zur Hochform aufläuft. Kann ja keiner kontrollieren, dass es am eigenen Bienenstand nicht ganz so rosig ausschaut. Und das Schönste ist: Das Internet hat keine Winterpause.

 

  • Der Berufsimker hat Seltenheitswert. Er versucht, über Voll-(100%), Zu-(>50%) und Nebenerwerb (<50%) mit den Bienen seinen Lebensunterhalt (dazu)zu verdienen.

 

  • Der Sportimker geht mit seinen Bienen „angeln“ und räumt bei Honigprämierungen die Goldmedaillen ab.

 

  • Der Bestäubungsimker freut sich, wenn die eigenen oder anderen Leute Obstbäume, aber auch die Wildpflanzen, befruchtet werden. Es ist stolz darauf, das 10-fache des Honigertrags an Mehrertrag für die Landwirtschaft erbracht zu haben.

 

  • Der Rheumatiker sucht den gelegentlichen Bienenstich und hofft, damit seine Krankheit zu lindern oder loszuwerden.

 

  • Der Moralist schwärmt vom schönen Vorbild, das die Bienen mit ihrem Staat geben, vergisst aber, dass es sich um eine Ansammlung von zölibatären Halbschwestern und Halbwaisen handelt, die ihre Mutter „Königin“ genannt, nicht nur füttern, sondern auch gängeln und ihr nach vollzogener Liebe auch keine Männer (Drohnen) mehr gönnen, diese vielmehr „abschlachten“ und verhungern lassen.

 

  • Der Ideologe handelt nach dem Grundsatz:
    “Du sollst keine andere Bienenrasse neben mir haben.“
    Übrigens:  Bienenrassen kann auch durch „Bienenkasten“ oder Rähmchenmaß“ ersetzt werden.

 

(Quelle: Jürgen Schwenkel:  Grundwissen für Imker, Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH)

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